Zehn Dreier ebnen den Weg zur Revanche

24. Februar 2026
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Die Gelegenheit war günstig, und Basketball Lesum/Vegesack (BLV) hat sie genutzt. Gegen lediglich zu siebt angereiste Gäste vom TuS Bad Essen gewannen die Nordbremer Herren mit 77:67 (35:32) und revanchierten sich damit in der Oberliga, Staffel West für die bittere Hinspielniederlage nach Verlängerung.

Allerdings machten sich die Schützlinge von Headcoach Werner Maaß das Leben über weite Strecken in der zweiten Halbzeit selber schwer, bis sie in der Schlussphase den Deckel draufmachen konnten. „Wir haben uns einschläfern lassen“, bedauerte Werner Maaß in seiner Spielanalyse. „Es war klar, dass sieben Leute das Tempo raus haben wollen. Da fehlt der Mannschaft noch die Erfahrung, sich mit ihrem Stil durchzusetzen.“ Zudem fanden die Gastgeber gegen ihren ehemaligen Vereinskameraden Alexander Siedenburg kein wirksames Mittel. Der ehemalige BLV-U18-Akteur avancierte mit 19 Zählern, darunter ein Drei-Punkte-Wurf, zum Top-Scorer der Gäste.

Das Spiel der Einheimischen profitierte vor allem von den erfolgreichen Schüssen von außen. Zehn erfolgreiche Drei-Punkte-Würfe von BLV standen drei der Gäste gegenüber. Die Dreier halfen BLV vor allem dann, wenn es vom Spielstand her mal wieder eng wurde. Nach einem zerfahrenen Beginn mit dem Verlust des ersten Viertels mit 13:15 war es Sheriff-Mustapha Jammeh mit drei Dreiern, der BLV erstmals veritabel in Front schoss (26:18, 24. Minute). Den Vorsprung konnten die Nordbremer jedoch nicht weiter ausbauen, im Gegenteil, es ging lediglich mit drei Zählern plus in die Halbzeitpause.

Gerade unter dem Korb hatten die Gastgeber riesige Probleme. Center Christian Kück blieb vorsorglich auf der Bank. Und Jayson Pfannenstiel bekam früh Foulprobleme. Patrick Gran taute nach zunächst zwei vergebenen Freiwürfen erst im dritten Viertel auf. Da wirkte dann auch der US-Amerikaner Yanni Augustave mit. „Sein Flieger von Amsterdam nach Bremen war kurz nach dem Start wieder umgekehrt“, berichtete Werner Maaß. „Dann hat Yanni sich in den Zug gesetzt, ist am Abend am Bremer Hauptbahnhof angekommen und dann mit einem Uber-Taxi direkt in die Halle gefahren.“ Die abenteuerliche Anreise des Rückkehrers hinderte ihn jedoch nicht daran, mit zwei Dreiern in Viertel Nummer drei zu glänzen. „Er hat uns in einigen Phasen geholfen“, freute sich der BLV-Coach. „Man hat aber auch gesehen, dass er noch keine Sekunde wieder mit der Mannschaft trainiert hat.“ Den 57:54-Zwischenstand für BLV vor den letzten zehn Minuten drehten die Gäste zwischenzeitig in eine eigene 61:59-Führung, ehe Yanni Augustave und Nicolas Markau wiederum mit erfolgreichen Distanzwürfen das Blatt endgültig zugunsten von BLV wendeten.

Basketball Lesum/Vegesack: Hermann Gottwich (11), Jammeh (18, davon 4 Dreier), Markau (10, 2 Dreier), Petzold, Maaß (9, 1 Dreier), Augustave (11, 3 Dreier), Boakye, Michael Gottwich, Möller (5), Gran (10), Pfannenstiel (3), Kück (n.e.).

Quelle: Weser-Kurier, Die Norddeutsche, Marc Gogoll, 24.02.2026

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